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Jahrestagung 2017

Wer regelt das?
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Wer in leitender Funktion in der Hauswirtschaft tätig ist kommt ohne Kenntnis der Vorschriften des Bundes, der Länder und der nachgeordneten Behörden nicht aus, um rechtssicher handeln zu können. Es lag daher nahe, am Tagungsort Berlin Vertreter der maßgeblichen Behörden für die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Hauswirtschaft zur 45. Jahrestagung des Berufsverbandes Hauswirtschaft am 8. und 9. Mai einzuladen

Bildungsmanagerin Karin Beuting-Lampe verschaffte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der 45. Jahrestagung des Berufsverbandes Hauswirtschaft einen Überblick über unser Rechtssystem. Rechtsnormen regeln das Zusammenleben und  Zusammenarbeiten in unserer Gesellschaft. Für hauswirtschaftliche Führungskräfte sei es wichtig, die Gesetze zu kennen, die den Arbeitsalltag betreffen.

Einen Einblick in das Gesetzgebungsverfahren gab die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert. Bundesregierung, Bundestag oder Bundesrat können Gesetze einbringen. Im Bundestag gibt es insgesamt drei Lesungen, d.h. Beratungen zu einem Gesetz. Nach der ersten Lesung wird der Entwurf an den zuständigen Ausschuss des Bundestages übergeben. Ist die erforderliche Mehrheit erreicht geht ein Gesetz an den Bundesrat. Hier kann es nochmals zu Änderungen kommen. Ein Gesetz tritt dann in Kraft, wenn es der Bundespräsident unterzeichnet hat.

Die Bundestagsabgeordnete machte deutlich, dass Gesetze nicht im Verborgenen entstehen. Sie ermutigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sich an Gesetzgebungsverfahren zu beteiligen. Es gäbe zahlreiche Möglichkeiten für Bürger, Vereine und Organisationen, Gesetze mit zu gestalten.

Dr. Thomas Reiche, Leiter des DIN-Arbeitskreises Gemeinschaftsverpflegung, erklärte in seinem Vortrag, wie man Gefahrenanalyse, Gefahrenbewertung und Risikobewertung in der Gemeinschaftsverpflegung durchführt. Hilfestellung gibt hier das Merkblatt „Sicher verpflegt“ des Bundesinstitutes für Risikobewertung. Es beinhaltet auch Hinweise für nicht sichere Lebensmittel, bezogen auf die jeweilige Zielgruppe. Sehr zu empfehlen seien auch die Hinweise für Personal-Schulungen.

Dr. Petra Hiller beschäftigt sich als Fachtierärztin für Lebensmittelhygiene in dieser Behörde mit lebensmittelbedingten Erkrankungen, Lebensmittel-infektionen und -vergiftungen. Sie führte aus, dass nicht nur die bekannten Erreger wie Salmonellen oder Noroviren ein Problem in der Gemeinschafts-verpflegung darstellten. So seien zum Beispiel auch Listerien ein großes Problem, da sich diese Erreger auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren können.

Dr. Ingeborg Schwebke erläuterte in ihrem Vortrag die Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut (RKI) zur Reinigung und Desinfektion von Flächen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des RKI machte deutlich, dass es sich bei der Empfehlung nicht um ein Gesetz handele. In den Empfehlungen sei aber der aktuelle Stand der Forschung eingearbeitet. Deshalb empfiehlt sie allen hauswirtschaftlichen Führungskräften, diese Empfehlungen einzuhalten.

Darf es also in einer Senioreneinrichtung für Bewohner ein weichgekochtes Frühstücksei geben? Carola Reiner, Beraterin für soziale Einrichtungen und Fortbildungsreferentin des Berufsverbandes Hauswirtschaft, rückte die Aussagen der Referenten in ein anderes Licht: Sie stellte nämlich fest, dass vor lauter Angst vor Haftungsansprüchen in sozialen Einrichtungen zunehmend auf Qualität verzichtet wird. Sie plädiert dafür, dass nicht die Angst vor möglichen Konsequenzen zu Entscheidungen führen darf. Vielmehr sollte man die Patienten, Bewohner und Gäste und deren Wünsche im Blick haben, um dann fachlich fundierte Entscheidungen treffen zu können. Oft helfe es, zu kommunizieren und zu begründen, warum bestimmte Handlungsspielräume genutzt würden.

Den abschließenden Vortrag hielt die scheidende 1. Vorsitzende Ute Krützmann. "Wirkung kommunizieren" hieß der Titel und war auch ihr Credo in den Jahren als Vorsitzende des Berufsverbandes Hauswirtschaft.

Um Wirkung zu erzielen können Normen ja durchaus hilfreich sein. Aber nur wer versteht, was aus welchem Grund gemacht werden soll, und dessen Wirkung nachgewiesen ist, entschließt sich für ein bestimmtes Produkt oder eine Maßnahme. Und das gelte auch für die Hauswirtschaft insgesamt: "Erst wenn diese Wirkung nachgewiesen ist und vor allem kommuniziert wird können wir auch andere Menschen für unsere Branche überzeugen und begeistern!" gab sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit auf den Weg.


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