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02.02.24

„Wie erkenne ich eine qualifizierte Ernährungsberaterin oder einen qualifizierten Ernährungstherapeuten? Worauf sollte ich bei Anbieter*innen von Ernährungsbildung achten?“ Auf diese Fragen liefert die Rahmenvereinbarung zur „Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung/-therapie und Ernährungsbildung“ des gleichnamigen Koordinierungskreises Antworten. Diese liegt nun in einer umfassend aktualisierten Fassung vor. Sie ist weiterhin eine wichtige Orientierungshilfe für Verbraucher*innen, Multiplikator*innen und Institutionen. Die neue Fassung der Rahmenvereinbarung ist unter www.wegweiser-ernaehrungsberatung.de abrufbar.

Viele Menschen in Deutschland wollen sich gesund und nachhaltig ernähren. Das zeigt zum Beispiel der „Ernährungsreport 2023“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Wer auf der Suche nach Anbieter*innen für Ernährungsberatung/-therapie oder Ernährungsbildung ist, hat es jedoch nicht immer leicht, geeignete Angebote zu erkennen. Denn die Berufsbezeichnungen „Ernährungsberater*in“ oder „Ernährungs­therapeut*in“ sind in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Auch bieten sehr unterschiedliche Berufsgruppen ihre Dienstleistungen in diesem Markt an. So ist die Abgrenzung zwischen seriösen und unseriösen Anbieter*innen oft schwierig.

Qualitätssicherung und Schutz von Verbraucher*innen

Der Koordinierungskreis zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung/-therapie und Ernährungsbildung engagiert sich daher seit 2005 auf Bundesebene für einen verbesserten Schutz von Verbraucher*innen. Das Fachgremium vereint Vertreter*innen verschiedener Berufsverbände, Verbraucherschutzorganisationen, Fachgesellschaften sowie weiterer Institutionen. Ziel ist es, fachliche, methodische und prozessorientierte Standards zur Qualitätssicherung auf der Grundlage aktuell geltender Bestimmungen gemeinsam zu definieren. Auch werden unterschiedliche Qualifikationen und Fortbildungen von Ernährungsfachkräften transparent dargestellt. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Neutralität: Bei seriösen und qualitätsgesicherten Beratungs- und Bildungsmaßnahmen sind Bewerbung und Verkauf von Produkten ausgeschlossen.

In den letzten Jahren gab es bei der primärpräventiven Ernährungsberatung für Gesunde und bei der Ernährungstherapie für Kranke verschiedene Änderungen und Entwicklungen im Gesundheitswesen. Ein Beispiel ist die Aufnahme der Ernährungstherapie in die Heilmittel-Richtlinie. Die beteiligten Institutionen haben die Rahmenvereinbarung daher grundlegend überarbeitet. Eine bedeutende Änderung ist die Konkretisierung der Bezeichnung „Ernährungsberatung“ zu „Ernährungsberatung/-therapie“. Dies wurde sowohl in den Titel der Rahmenvereinbarung als auch in den Namen des Koordinierungskreises übernommen.

Einheitliche Kriterien für mehr Klarheit

Die in der Rahmenvereinbarung festgelegten Kriterien können Schulabsolvent*innen und Quereinsteiger*innen helfen, entsprechende Ausbildungen oder Studiengänge auszuwählen. Arbeitgeber*innen erhalten Informationen, um die Qualifikation von Bewerber*innen einzuordnen. Für gesundheitspolitisch Tätige bietet die Rahmenvereinbarung Orientierung bei Entscheidungen. Ergänzend unterstützen Checklisten Verbraucher*innen bei der Auswahl geeigneter Angebote im Bereich der Ernährungsberatung/-therapie und Ernährungsbildung.

Mitglieder des Koordinierungskreises

Der Koordinierungskreis zur Qualitätssicherung in der Ernährungsberatung/-therapie und Ernährungsbildung setzt sich aus Fachexpert*innen verschiedener Institutionen zusammen. Derzeit sind neben dem BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE) folgende elf Organisationen vertreten: Berufsverband Hauswirtschaft e. V., Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM), Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM), Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), Deutscher Volkshochschul-Verband e. V. (DVV), Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), Verband der Köche Deutschlands e. V. (VKD), Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED), VerbraucherService im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) e. V. – Bundesverband (VS), Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv). Sprecherin des Koordinierungskreises ist Dr. Kiran Virmani, Geschäftsführerin der DGE. Stellvertretende Sprecherin ist Nicole Schlaeger von der Verbraucherzentrale NRW für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).