Karriere in der Hauswirtschaft

Das Berufsfeld Hauswirtschaft hält eine Vielzahl an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten vor, wie sie auch in anderen Branchen zu finden ist. Einstieg ist die duale Ausbildung zur Hauswirtschafterin, um sich anschließend in Fachschulen oder Vorbereitungslehrgängen zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin, zur Meisterin der Hauswirtschaft oder zur Fachhauswirtschafterin weiterzubilden.

Auf Hochschulebene wird das Studium der Oecotrophologie mit einem Bachelor- oder Masterabschluss (Bachelor oder Master of Science) angeboten. Es ist mittlerweile möglich, auch ohne Abitur eine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen, wenn entsprechende berufliche Qualifikationen nachgewiesen werden können. Auskünfte dazu erteilen die Hochschulen.

Für Menschen mit Behinderung wird die Ausbildung zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft angeboten.

Der Berufsverband Hauswirtschaft bietet eine Broschüre "Aus- und Weiterbildungsberufe in der Hauswirtschaft" an, die Sie hierbestellen können:


Externenprüfung in der Hauswirtschaft

Nach § 45 (2) des Berufsbildungsgesetzes gilt: "Zur Abschlussprüfung ist auch zuzulassen, wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungsdauer vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Prüfung abgelegt werden soll. Als Zeiten der Berufstätigkeit gelten auch Ausbildungszeiten in einem anderen, einschlägigen Ausbildungsberuf [...]."

Diese Möglichkeit nutzen oft Frauen ohne Berufsabschluss, die nach der Familienphase wieder erwerbstätig werden wollen, als Quereinstieg in die Hauswirtschaft. Karin Beuting-Lampe untersuchte in ihrer Bachelorarbeit, wie Lehrgänge konzipiert sein müssen, damit die heterogene Gruppe an Teilnehmerinnen gut auf die Prüfung vorbereitet wird.

 


Die Berufe

Da die hauswirtschaftlichen Berufe überwiegend von Frauen ausgeübt werden, haben wir uns entschieden, im Text die weibliche Form zu verwenden. Selbstverständlich sind Männer in gleichem Maße angesprochen.

Hauswirtschafterin

Berufsbild

Hauswirtschafterinnen übernehmen die hauswirtschaftliche Betreuung und Versorgung von Menschen in privaten Haushalten, in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern, Tagungsstätten, bei hauswirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen, bei privaten Dienstleistungsunternehmen sowie in Haushalten landwirtschaftlicher Betriebe. Sie arbeiten dort in der Küche, im Servicebereich, in der Hausreinigung oder in der Wäscherei. Sie üben ihre Tätigkeit nach den Bedürfnissen der zu betreuenden Personen aus und gestalten den Alltag. Dabei achten sie auf Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Qualität, Hygiene, Gesunderhaltung und Umweltschutz. Sie erstellen z.B. Pläne für die Nahrungszubereitung und den Einkauf von Lebensmitteln. Sie bereiten die Mahlzeiten nach ernährungsphysiologischen Aspekten zu. Bei der Betreuung von Personen gehen sie auf die unterschiedlichen Lebenssituationen ein. Die Anleitung von Kindern sowie die Unterstützung von älteren Menschen bei Alltagsverrichtungen sind hier wesentliche Tätigkeiten. Kreativität entfaltet die Hauswirtschafterin bei der Gestaltung des Wohnbereiches. In landwirtschaftlichen Betrieben übernehmen Hauswirtschafterinnen zusätzlich den Gartenbau und die Gartenpflege, die Verarbeitung und den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten.

Anforderungen

Dieser Beruf ist die grundlegende Erstausbildung in der Hauswirtschaft. Voraussetzung ist die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht. Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte Spaß daran haben, Menschen zu betreuen und zu versorgen. Kontaktfreude, Einfühlungsvermögen, Kreativität und Flexibilität, aber auch Teamfähigkeit und die Fähigkeit zu selbstständigem Handeln sind neben der Fachkompetenz wichtige persönliche Voraussetzungen für diesen Beruf.

Qualifizierung

Die Ausbildung ist nach den Grundsätzen und Anforderungen des Berufsbildungsgesetzes geregelt. Die Berufschulausbildung unterstützt die praktische Ausbildung in einem Betrieb mit theoretischen Lehrinhalten. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und  erfolgt nach dem Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Hauswirtschafter/ Hauswirtschafterin. Beendet wird sie mit einer Abschlussprüfung, die eine schriftliche Prüfung in drei Fachgebieten und eine praktische Prüfung beinhaltet. Die Prüfung wird vor dem von der zuständigen Stelle für die Hauswirtschaft berufenen Prüfungsausschuss abgelegt.

Weiterführende Informationen

Detailinformationen im Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET) unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=13815

Positionspapier und Kompetenzbeschreibung nach der DQR-Systematik der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft (BAG-HW) zur Weiterentwicklung des Ausbildungsberufes Hauswirtschafter/in

Steckbrief Hauswirtschafterin der Bundesagentur für Arbeit: Download


Filme zur Ausbildung Hauswirtschafter/in

Imagefilm über die Ausbildung zur Hauswirtschafterin (an der Realisation des Films haben mitgewirkt: Schweriner Bildungswerkstatt, AFZ Rostock, bfw/maxQ, Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Deutscher LandFrauenverband e. V., Berufsverband Hauswirtschaft und kiezküchen ggmbh.)

Film zur Kampagne „Vom Fach für Menschen“ in Baden-Württemberg und über "Berufe zappen" bei Youtube und Facebook: 
http://www.vom-fach-fuer-menschen.de/soziale-karriere/ausbildung/hauswirtschaft.html

Kampagne „Soziale Berufe kann nicht jeder“: http://www.soziale-berufe.com/inhalt/hauswirtschafter.html

Bundesagentur für Arbeit – BERUFETV: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/berufId.do?doNext=forwardToResultShort&id=13815_14604&status=F01

BerufeTV:

Berufsausbildungen Hauswirtschaft im Rotkreuz-Institut Berufsbildungswerk Berlin:http://www.youtube.com/watch?v=oNm9zbP_Vzw

SOS-Kinderdorf Saar in Merzig: http://www.youtube.com/watch?v=zvVhh24Fz6w

Kolping-Berufsbildungswerk Essen: http://www.video.kbbw-essen.de/Hauswirtschaft.html


Meisterin der Hauswirtschaft

Anforderungen

Voraussetzung für die Weiterbildung zur Meisterin der Hauswirtschaft (derzeit noch nach städtisch oder ländlich unterschieden) ist der Abschluss der Ausbildung zur Hauswirtschafterin und eine mindestens dreijährige Tätigkeit in der Hauswirtschaft. Für die Tätigkeit sind insbesondere die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, Organisationsgeschick, Teamfähigkeit, Flexibilität und Eigeninitiative erforderlich.

Qualifizierung

Diese Weiterbildung ist nach dem Berufsbildungsgesetz bundesweit geregelt. Die Vorbereitungslehrgänge werden von unterschiedlichen Lehrgangsträgern angeboten (berufsbildende Schulen, hauswirtschaftliche Verbände, Landwirtschaftskammern). Die Lehrgangsanbieter entwickeln die Inhalte der Kurse auf der Grundlage der Anforderungen an die Meisterprüfung selbst.

Die Vorbereitungskurse für die Meisterprüfung werden derzeit als Voll- und Teilzeitlehrgänge angeboten und dauern in Vollzeitform bis zu einem Jahr (ca. 750 Stunden), in Teilzeitform bis zu drei Jahren.

Die staatliche Abschlussprüfung wird vor einem Meisterprüfungsausschuss der zuständigen Stelle für die Hauswirtschaft bzw. der zuständigen Landwirtschaftskammer abgelegt beinhaltet die Ausbildereignung.

Zur weiteren Qualifizierung kommen die Weiterbildung zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin oder zur Technischen Lehrerin für Fachpraxis in Frage. In einigen Bundesländern ermöglicht eine Meisterprüfung unter bestimmten Voraussetzungen den Zugang zu Studiengängen an Hochschulen, zum Beispiel in den Bereichen Haushaltswissenschaften, Haushaltswirtschaft, Ernährungswissenschaften/Ökotrophologie

Berufsbild

Der erfolgreiche Abschluss der Meisterprüfung qualifiziert zur Führung des hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereiches in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern, Kinder-, Jugend und Behinderteneinrichtungen. Im Unterschied zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin werden eher Teilbereiche übernommen. Außerdem bilden sie Auszubildende für den Beruf Hauswirtschafter/in betrieblich aus.

Meisterinnen der städtischen Hauswirtschaft können daneben selbstständig einen Privathaushalt führen. Hauswirtschaftsmeisterinnen beraten und informieren über wirtschaftliche, umweltfreundliche und qualitätsorientierte  Haushaltsführung sowie über die Betreuung  alter und kranker Menschen. Sie erproben neue Rezepte für die Nahrungsmittelindustrie oder testen Geräte für den sicheren und zweckmäßigen Einsatz im Haushalt. Im Verpflegungsbereich kümmern sie sich um die Nahrungszubereitung und die Vorrathaltung. Sie sorgen für die allgemeine Hygiene, kümmern sich um die Haus- und Wohnungspflege, um die Textilpflege sowie um eine ansprechende Wohnumgebung. Im Rahmen der Betriebsführung haben sie es mit betriebswirtschaftlichen Fragestellungen, mit Rechtsfragen und der Berufs- und Arbeitspädagogik zu tun. In hauswirtschaftlichen Dienstleistungszentren übernehmen sie organisatorische Aufgaben.

Ausblick

In Deutschland arbeiten ca. 202.000 Menschen in hauswirtschaftlichen Berufen. Infolge der gesellschaftlichen Veränderungen werden heute und in Zukunft immer mehr Aufgaben des Familienhaushaltes auf außerhäusliche hauswirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen verlagert. Es ist bereits abzusehen, dass dieser Dienstleistungsbereich expandieren wird und dass im hauswirtschaftlichen Bereich vermehrt qualifizierte Fachkräfte gesucht werden, die in der Lage sind, diesen komplexen und anspruchsvollen Beruf flexibel ausüben zu können.

Weitere Informationen

Detailinformationen im Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET) unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=35287

Praxisleitfaden zur Meisterprüfung in der Hauswirtschaft: Download

Positionspapier zum Anforderungsprofil der Meisterin der Hauswirtschaft der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft (BAG-HW):Download

Steckbrief Meisterin der Hauswirtschafter der Bundesagentur für Arbeit: Download


 

Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin

Anforderungen

Ein mittlerer Bildungsabschluss und eine einschlägige abgeschlossene Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit sind die Voraussetzungen für diese Weiterbildung. Unternehmerisches und sozialpädagogisches Denken, persönliche Leitungskompetenz, Organisationsfähigkeit, Kreativität, Interesse an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und ökologisch bewusstes Handeln sind wichtige Fähigkeiten für diesen Weiterbildungsberuf.

Qualifizierung

Die Weiterbildung ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt und erfolgt an Fachschulen, Berufskollegs, Fachakademien oder anderen Bildungseinrichtungen. Sie dauert zwei Jahre als Vollzeitunterricht, wird teilweise aber auch berufsbegleitend angeboten. Die Anschlussprüfung erfolgt vor einem staatlichen Prüfungsausschuss. Je nach Angebot der Schule ist der Erwerb von Zusatzqualifikationen wie die Fachhochschulreife, die Ausbildereignungsprüfung oder die Vorbereitung auf die Ausbildung für Lehrer/innen der hauswirtschaftlichen Fachrichtung möglich.

Alternative Berufsbezeichnungen

- staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in für Ernährungs- und Versorgungsmanagement (Bayern)
- staatlich geprüfte/r Techniker/in für Hauswirtschaft und Ernährung (Kaufbeuren, Bayern)
- staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in für Hauswirtschaft (Thüringen)
- staatlich geprüfte/r Betriebswirt/in Fachrichtung Hauswirtschaftliche Dienstleistungen (Hamburg)
- staatlich geprüfte/r Hauswirtschaftsleiter/in (frühere Berufsbezeichnung)
- staatlich geprüfte/r Ökotrophologe/in (frühere Berufsbezeichnung in Nordrhein-Westfalen)

Berufsbild

Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen übernehmen Leitungsaufgaben im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereich von sozialen Einrichtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern, Tagungsstätten, in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen des Handels und der Industrie und in privaten Dienstleistungsunternehmen. Sie sind entweder für die Gesamtleitung verantwortlich oder haben die Verantwortung über mehrere Teilbereiche (Verpflegungsbereich und Service, Hausreinigung, Textilbereich, interne und externe Serviceleistungen der Hauswirtschaft). Außerdem bilden sie Auszubildende für den Beruf Hauswirtschafter/in betrieblich aus.

Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen entwickeln das hauswirtschaftliche Dienstleistungskonzept ihrer Einrichtung und setzen dies mit den Mitarbeiterinnen um. Sie sind für die Qualitätssicherung im Bereich Hauswirtschaft verantwortlich. Sie legen den Personalbedarf und die Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Auszubildende (Arbeitszeit, Dienstpläne, Urlaubspläne) fest und setzen sie optimal ein. Die einzelnen Aufgaben werden nach den Gesichtspunkten der Qualität, Gesundheit und Umweltverträglichkeit sachkundig ausgeführt. Betriebswirtschaftliches Denken bestimmt die verschiedenen Arbeitsaufgaben. Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen planen und überwachen die Arbeitsabläufe und passen sie den betrieblichen Veränderungen angepasst. Die Mitarbeiterinnen werden entsprechend den rechtlichen Bestimmungen unterricht, geschult und kontrolliert.

Ausblick

Mit steigenden Betriebsgrößen und zunehmenden Ansprüchen an hauswirtschaftliche Dienstleistungen, aber auch aufgrund von neuen Regelungen in der Sozialversicherung (z.B. Pflegeversicherungsgesetz) wird die fachliche Qualifikation hauswirtschaftlicher Betriebsleiter immer wichtiger. Von zentraler Bedeutung wird die Festlegung und Gewährleistung von Qualitätsstandards bei der Gestaltung von Dienstleistungsangeboten. Die Orientierung am Kunden gewinnt immer mehr an Bedeutung und gibt hauswirtschaftlichen Betreuungsaufgaben ein stärkeres Gewicht.

Erkenntnisse im hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereich unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. Daher ist für Hauswirtschaftliche Betriebsleiterinnen eine ständige berufliche Fortbildung wichtig.

Als Weiterbildungsmöglichkeiten sind zu nennen die Fachlehrerin für die berufspraktische Ausbildung an berufsbildenden Schulen. Zunehmend eröffnet die Weiterbildung zum Betriebs- oder Sozialwirt neue berufliche Perspektiven.  Bei entsprechenden Voraussetzungen ist ein Studium der Oecotrophologie möglich.

Weiterführende Informationen

Detailinformationen im Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET) unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=10110

Steckbrief Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin der Bundesagentur für Arbeit: Download

Übersicht über die Fachschulen für die Weiterbildung zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin: Download

Rahmenvereinbarung für die Fachschulen: Download

 

Fachhauswirtschafterin

Anforderungen

Vorraussetzung für diese Weiterbildung sind die Abschlussprüfung als Hauswirtschafterin und danach mindestens zwei Jahre Berufspraxis mit hauswirtschaftlicher und pflegerisch–betreuender Tätigkeit oder mindestens sechs Jahre Berufspraxis in der Hauswirtschaft, Pflege und Betreuung.

Die Tätigkeit der Fachhauswirtschafterin stellt über hauswirtschaftliche Kenntnisse und Fertigkeiten hinaus hohe Anforderungen in psychosozialer, sozialpflegerischer und teilweise auch pädagogischer Hinsicht.

Qualifizierung

Bei der Ausbildung zur Fachhauswirtschafterin handelt es sich um eine berufliche Fortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz im Anschluss an den anerkannten Ausbildungsberuf Hauswirtschafterin.

Die Weiterbildung besteht aus einem berufsbegleitenden Vorbereitungslehrgang mit 650 bis 700 Unterrichtseinheiten (nicht verpflichtend) und einem achtwöchigen begleitenden Berufspraktikum in ambulanten oder stationären Einrichtungen der Altenhilfe.

Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen und einer situationsbezogenen praktischen Prüfung in den Bereichen hauswirtschaftliche Leistungen, Betreuung bei alltagsbezogenen Verrichtungen, Kommunikation sowie berufliche und rechtliche Rahmenbedingungen.

Berufsbild

Durch den Einsatz der Fachhauswirtschafterin wird es hilfebedürftigen, insbesondere älteren Menschen ermöglicht, in ihrer vertrauten Umgebung leben zu können. Die Fachhauswirtschafterin unterstützt bei der Erhaltung einer eigenständigen Lebensführung. Sie betreut im Alltag und hilft in der hauswirtschaftlichen Versorgung genauso wie bei der täglichen Körperpflege. Sie bezieht den älteren Menschen dabei aktivierend mit ein und ist in der Lage, die zu betreuenden Personen in ihrer individuellen Situation und ihrem sozialen Umfeld einzuschätzen.

Berufliche Einsatzmöglichkeiten ergeben sich in ambulanten sozialen Diensten, in Tagespflegeeinrichtungen, in der Kurzzeitpflege, in Privathaushalten und hauswirtschaftlichen Dienstleistungszentren. Zunehmend sind sie als Präsenzkräfte in stationären Einrichtungen mit Hausgemeinschaftenkonzept gefragt.

Ausblick

Die ambulante Altenpflege und die hauswirtschaftliche Betreuung in sozialen Einrichtungen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Insbesondere durch neue Wohnkonzepte in Altenheimen, in denen die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten im Mittelpunkt stehen, sind Fachhauswirtschafterinnen als Präsenzkräfte zunehmend gefragt.

Die demographische Entwicklung mit einem immer höheren Anteil betagter Menschen erfordert eine zunehmende Zahl von professionellen Betreuungspersonen, die Unterstützung bei alltagsbezogenen Verrichtungen leisten.

Diesem Berufsbild werden in den kommenden Jahren bei entsprechender konzeptioneller Ausrichtung von Altenheimen auch dadurch Chancen entstehen, dass die Fachhauswirtschafterin auf die Fachkraftquote angerechnet wird.

Weiterführende Informationen

Detailinformationen im Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET) unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=13984

Steckbrief Fachhauswirtschafterin der Bundesagentur für Arbeit: http://berufsverband-hauswirtschaft.de/fileadmin/user_upload/Fachhauswirtschafterin_Berufenet.pdfDownload

 

Oecotrophologin/Dipl.-Oecotrophologin

Anforderungen

Der Nachweis der schulischen Hochschulreife ist für das Studium der Oecotrophologie erforderlich.

Gruppen- und Teamarbeit sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit prägen das Berufsbild der Oecotrophologen in Forschung, Produktentwicklung, Schulung, Beratung oder Organisation von hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbetrieben.

Qualifizierung

Das Studium erfolgt meist an einer Fachhochschule oder Universität. Hierfür müssen die Hochschulzugangsvoraussetzungen erfüllt werden.

Es gibt mittlerweile weitere Zugangsberechtigungen, die über berufliche Qualifizierungen erworben werden können. Hierüber entscheiden jedoch die einzelnen Hochschulen vor Ort.

Das in der Regel sechs- bis zehnsemestrige Studium endet zukünftig mit einem Bachelor- oder Masterabschluss. Eine weitergehende Promotion ist möglich.

Berufsbild

Oecotrophologen werden dort tätig, wo es um Ernährung, Gesundheit und Haushalt geht. Bei Trägern hauswirtschaftlicher Dienstleistungsbetriebe beantworten sie Grundsatzfragen und entwickeln unter Einbeziehung theoretischer Erkenntnisse Lösungsmöglichkeiten für die Praxis.

Sie beraten in in Verbraucherorganisationen, Kliniken und entwickeln Kursangebote. In Lebensmittelkonzernen arbeiten sie an Qualitätsmanagementkonzepten und Marketingstrategien. Darüberhinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Einsatzgebiete im Journalismus, der Ernährungsberatung und –schulung, in Wissenschaft und Forschung.

Ausblick

Meist ist es notwendig, sich für ein Einsatzgebiet nach dem Studium zu entscheiden, da das Angebot an Einsatzgebieten sehr groß ist. Es reicht von der ernährungs oder haushaltswissenschaftlichen Forschung bis zur Schulung und Marktforschung.

Weiterführende Informationen

Detailinformationen im Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET) unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=58653

Steckbrief Oecotrophologin der Bundesagentur für Arbeit:Download


Fachpraktikerin Hauswirtschaft

Berufsbild

Die Fachpraktikerin Hauswirtschaft verfügt über grundlegende Fertigkeiten und Kenntnisse in den hauswirtschaftlichen Dienstleistungsbereichen. Sie ist in der Lage, Arbeiten unter Anleitung unmittelbar auszuführen sowie nach längerer Übungszeit gegebenenfalls selbstständig auszuführen.

Die wichtigsten Einsatzfelder von Fachpraktikerinnen Hauswirtschafts sind Großküchen, Reinigungsdienste oder Wäschereibetriebe. Im Mittelpunkt stehen dabei ausführende Tätigkeiten innerhalb überschaubarer Tätigkeitsfelder und sich wiederholende Arbeitsabläufe. Manchmal ist durch eine gute Anleitung und die Einbindung in ein Team sogar die Übernahme von kleinen eigenständigen Bereichen möglich. Voraussetzungen für die Ausbildung sind die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht sowie eine Bescheinigung der Ausbildungsfähigkeit und des sonderpädagogischen Förderbedarfs durch das Arbeitsamt. Zu den nötigen persönlichen Fähigkeiten gehören Verantwortungsbewusstsein, Verständnis, Geduld und Hilfsbereitschaft. Aufmerksamkeit und Freundlichkeit sind wichtig im Umgang mit dem Kunden. Technisches Verständnis gehört ebenfalls zur Tätigkeit.

Anforderungen

Voraussetzungen für die Ausbildung sind die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht sowie eine Bescheinigung der Ausbildungsfähigkeit und des sonderpädagogischen Förderbedarfs durch das Arbeitsamt. Zu den nötigen persönlichen Fähigkeiten gehören Verantwortungsbewusstsein, Verständnis, Geduld und Hilfsbereitschaft. Aufmerksamkeit und Freundlichkeit sind wichtig im Umgang mit dem Kunden. Technisches Verständnis gehört ebenfalls zur Tätigkeit.

Qualifizierung

Die Ausbildung zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft dauert in der Regel 3 Jahre in dafür besonders geeigneten Ausbildungsstätten, Berufsbildungs- und Berufsförderwerken. Die landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung findet an Berufschulen statt. Die Prüfungsbestimmungen weichen in den einzelnen Bundesländern voneinander ab. Die Prüfung wird vor dem von der zuständigen Stelle für die Hauswirtschaft berufenen Prüfungsausschuss abgelegt.

Der Einsatz der Fachpraktikerin Hauswirtschaft ist nach den individuellen Voraussetzungen zu gestalten. Er richtet sich nach der Begabung und dem Wissen der Helferin. Fachpraktikerinnen für Hauswirtschaft haben Anspruch auf eine besondere Gestaltung des Arbeitsplatzes (Arbeitshöhen, Spezial-Arbeitsgeräte), zusätzliche Pausen und größere Zeiträume für die Erledigung von Aufgaben.

Weiterführende Informationen

Detailinformationen im Informationsportal der Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET) unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/resultList.do?resultListItemsValues=10187&duration=&suchweg=begriff&searchString=%27+Fachpraktiker+Haus*+%27&doNext=forwardToResultShort

Steckbrief Fachpraktikerin Hauswirtschaft der Bundesagentur für Arbeit: Download

Die hauswirtschaftlichen Berufe im Deutschen Qualifikationsrahmen

In der Domäne Hauswirtschaft gab in den Jahren 2009/10 die kritische Auseinandersetzung mit der Berufsausbildung Hauswirtschafter/in und dem Europäischen bzw. Nationalen Qualifikati-onsrahmen (EQR bzw. DQR) im Rahmen der Frankfurter Gespräche den Anstoß für Diskussionsprozesse zum Profil und zu den Zukunftsperspektiven der hauswirtschaftlichen Berufe. Die hauswirtschaftlichen Berufs- und Fachverbände der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft (BAG-HW), verschiedene berufliche Schulen sowie die in den Ländern zuständigen Stellen für die Berufsbildung in der Hauswirtschaft setzten sich aktiv mit der Frage auseinander, welche Schritte im Hinblick auf die Zukunftssicherung zu gehen sind.

Für den Berufsverband Hauswirtschaft waren Präsidiumsmitglied Elfi Schuchard und Susanne Hornauer, Ausschuss Aus- und Weiterbildung, an der Arbeit beteiligt.

Die Veröffentlichung "Die hauswirtschaftlichen Berufe im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR)" vor.